Stadt, Land, Meer

Wo sind die schönsten Kirchen, die besten Restaurants, die schönsten Strände?

Welcher Ort passt zu mir?

Ist hier was los? Gozo soll doch so ruhig sein.

Bus, Taxi und Co, wie komme ich auf Gozo weiter?

Gibt es hier mehr als Meer?

 

Vielleicht stellst du dir diese Fragen auch im Vorfeld deiner Reise. Ich möchte dir hier die Orte auf Gozo beschreiben und dir so bei der Entscheidung helfen. 

Orte und Städte auf Gozo

Wo soll es denn hin gehen?

Mgarr, das Tor zur Insel

Wenn du in Mgarr (Ihmaar) von Bord gehst, fällt sicher der erste Blick auf die Kirche Our Lady of Lourdes, über dem Fischerhafen. Ein Ausflug dorthin lohnt sich. In Mgarr dreht sich alles um Fischen, Bootsbau und Wartung, den Jacht Club und das Terminal der Gozo Fähre. Neben dem Grand Hotel findest du hier auch Restaurants, Autovermietungen und Bars, ein typischer Hafen eben. Lecker essen kannst du im Bancinu Restaurant. Im Sommer finden Segelregatten um Gozo, Comino und Malta statt. Open-Air-Konzerte am Hafen sorgen für Unterhaltung. Ach ja, wenn du im Terminal bist, decke dich am ATM mit Bargeld ein. In einigen Dörfern gibt es keinen und in den kleinen Geschäften kannst du nicht mit Karte bezahlen. Gegenüber sind die Anlegestelle für die Boote nach Comino, den Ausflugsbooten und die „Hop on Hop off“ Busse.

Ghajnsielem die Heimat von Bethlehem

Über dem Hafen auf dem Weg zum Insel Innerem, liegt Ghajnsielem (Eisiilem). Beim Ortsnamen siehst du schon den Unterschied zwischen Sprache und Schrift in Malti, der Sprache der Gozianer. Ganz schön tricky! Der Straße nach Victoria folgend, geht es durch den neuen Teil mit dem Gozo Campus der Universität Malta. Wenn du dort rechts abbiegst, kommst du zum alten Ortskern rund um die Kirche Our Lady of Loreto. Das dörfliche Leben zeichnet sich durch das Vereinsleben aus, so auch hier. Neben dem Gemeindezentrum findest du das Haus der Brass Band mit Restaurant und das Club Haus des Fußballvereins. Beides sehr repräsentativ. Zu Ghajnsielem gehört auch das Ford Chambray, die Festung der Ritter über dem Hafen. Heute sind dort Ferienwohnungen. Beachte bitte die Hütten, Felder und Ställe und den kleinen trocken gefallenen See mit der Brücke, wenn du die Straße vom Hafen hinauffährst. Das ist Bethlehem, es wird jedes Jahr in der Adventszeit zum Leben erweckt. Ein jährliches Schauspiel, dass an die Zeit um Christi Geburt erinnert.

Qala, meine neue Heimat

Das Dorf Qala (Aala) ist das südöstlichste Gozos und nun meine neue Heimat. Die Entwicklung des Ortes begann bereits im 15.Jahrhundert mit dem Bau des Wachturms und der Gun Battery über der Hondoq Bay. Heute hat es sich ausgebreitet und füllt das Gebiet zwischen Nadur und Mgarr mit Stadt- und Farmhäusern, Obst und Gemüse Gärten und Orangen, Zitronen und Mandarinen Bäumen aus. Es hat alles, was ich mir wünschen kann. Kleine Geschäfte, die mir die Waren nach Hause liefern, gute Restaurants am großen Platz bei der Kirche des hl. Josephs, die Horse Riding Farm, Zeppi’s Bar, der Treffpunkt für Gozianer, Residenten und Urlauber und den Strand an der Hondoq Bay. Dank der Vereine ist hier rund ums Jahr was geboten. Ob Festa im August, Internationales Folk Festival im Oktober, Diner by the Stabels monatlich im Sommer oder buntes Treiben im Karneval, langweilig wird es hier nicht. Im Juli steigt an drei Tagen das Night Hondoq Festival mit Bands und Tanz am Hondoq Beach. 

Nadur, die Speisekammer der Insel

Der östlichste Ort der Insel ist wichtig fürs tägliche Leben auf der Insel. Die Bauern, meistens im Nebenerwerb, produzieren 60% des Bedarfs an Obst, Gemüse und anderen Feldfrüchten, aber auch Milchprodukte, Geflügel und Fleisch gehören dazu. Natürlich spielt auch hier der Fischfang und das Handwerk eine wichtige Rolle. Jeden Mittwoch findet vormittags der Markt statt. Das bunte Treiben rund um die Kirche St. Peter & Paul ist einen Besuch wert. Leckeres lokales Essen kannst du in „The fat Rabbit“ genießen und in der Bäckerei Mekren gibt es frisches Brot, Pasteten und Pizza. Schau vorbei, wenn du auf dem Weg zum Strand an der San Blas Bay bist, es lohnt sich! Jährlicher Höhepunkt sind die närrischen Tage im Karneval. Ursprünglich gingen die Einwohner des Dorfs voll maskiert als Hexen, Geister und Untote um unerkannt ihren skurilen Schabernack zu treiben. In den letzten Jahren steht Spaß und Tanz rund um die Kirche im Vordergrund. Ganz Gozo und viele von der Hauptinsel sorgen für Trubel.

Xaghra, die Stadt auf dem Berg

Das größte Dorf der Insel, über der Ramla Bay gelegen, ist Xaghra (Schaara). Hier findest du nicht nur die schöne Basilika Our Lady of Victory und den Kirchplatz mit seiner großen Auswahl an guten Restaurants, Cafés und Bars, sondern auch die Zeugen der langen Geschichte Gozos. Die Tempel Anlage aus dem Neolithikum und die Höhle der Calypso, die wir aus der Odyssee kennen. Unter zwei Privathäusern findest du auf Nachfrage zugängliche Höhlen. Auch ein schönes Hotel gibt es hier. Das Cornucopia wird für Hochzeiten gerne gebucht. Das kleine Spielzeug Museum ist ebenso wie die Windmühle einen Besuch wert. Ein jährlicher Höhepunkt ist die Aufführung der Passion am Karfreitag. die Kirchengemeinde, Vereine und die Brass Band stellen in Kostümen die Geschichte mit Bildern aus der Bibel bis zur Kreuzigung Christi dar. 

Marsalforn, Ferien für Familien

Das Dorf liegt im Nordosten und ist vor allem im Sommer quirlig und voll. Die Einwohner leben von und mit den Touristen. Oberhalb der Küstenstraße liegen die Feriendomizile, die von November bis April leer stehen. B&B's, Gästehäuser und Hotels sind auch im Winter offen. Ursprünglich war hier der Haupthafen der Insel. Die ersten Menschen landeten von Sizilien kommend hier auf Gozo. Der hl. Paulus soll hier auf seinem Weg nach Rom gestrandet sein. Die Dorfkirche ist seinem Schiffbruch geweiht. Die Wichtigkeit des Hafens führte im 16. Jahrhundert zur Überlegung des Malteser Ordens, die Zitadelle in Victoria auf zu geben und eine neue Festung hier zu errichten. Da die Gozianer dafür nicht zahlen wollten, wurde der Plan nicht realisiert. Heute spielt sich das Leben an der Promenade ab. Der kleine Sandstrand vorm Hotel Calypso ist beliebt und die Restaurants buhlen um Gäste am Abend. Wenn du der Küstenstraße folgst kommst du an den Stränden der Qbajjar und Xwejni Bay. Ein schöner Ferienort mit vielen Möglichkeiten für Wassersport. 

Xlendi

Der dritte Ort mit Hafen ist Xlendi (Schlendi). Zwischen den steilen Felsen des Kliffs liegt die Xlendi Bay im Westen. An der Spitze der Bucht erhebt sich der Xlendi Tower, einer der noch existierenden Verteidigungstürme aus der Ritterzeit. Gefürchtet in der Vergangenheit, ist das der Bucht vorgelagerte Riff mit seinen Schiffsfracks, eine Attraktion für Taucher. Für Wassersportler sind auch die Höhlen im Kliff interessant. Der Strand am Ende der Bucht mit seiner Promenade und Restaurants und Bars ist im Sommer sehr beliebt.

Xewkija, die Stadt der Rotunde

Die älteste Gemeinde in der Neuzeit ist Xewkjia (Schokiija) auf der Hochebene südlich von Victoria. Das dortige Gewerbegebiet mit Manufakturen, Tomaten Fabrik, Gewerbehof, staatlichem Bauernhof und einem Teil des Gozo Campus der Uni, den Werkstätten für Möbel und Autohäuser bietet die meisten Arbeitsplätze auf der Insel. Bevor du das Zentrum des Orts erreichst kommst du am Gozo Fußballstadium, der Rennbahn, dem Hubschrauber-Landeplatz oder auch dem Friedhof vorbei. Das Zentrum des Ortes wird dominiert von der Rotunde, die bereits von weitem zu sehen ist. Mit der Kapelle des hl. Bartholomäus mit dem daneben stehendem Cecilja Turm und den Resten der achteckigen Windmühle findest du auch hier Monumente aus der Ritterzeit.

Victoria, Brighton im Mittelmeer

Die Inselhauptstadt, von den Gozianern Rabat genannt hat städtisches Flair. Ausgehend von der Citadelle, der alten Stadt zur Zeit der Ritter, breitete sich die Stadt bis hinunter zur Neustadt im Süden aus. Als Mittelpunkt der Insel mit einer Infrastruktur gutem Standards präsentiert sie sich heute. Das Busterminal, Victoria Bay genannt, liegt mitten drin und verbindet alle Orte miteinander. Neben der Bischofskirche Saint Marija in der Zitadelle stellen die Basilika Saint Gorg und die Kirche St. Johannes das geistige und kulturelle Zentrum der Stadt. Wie überall auf Gozo ist der Einfluss der Kirchengemeinden groß. Ihre Brass Bands sind Ursprung der philharmonischen Chöre und Orchester der beiden Opern Häuser. Mit Gastauftritten maltesischer Künstler, die an Häusern rund um den Globus tätig sind, gelingen erstaunliche Aufführungen von Operette, Oper oder Musical und Konzerte im Frühjahr und Herbst.  Nicht zu vergessen der Konzertsaal von Don Bosco auch hier wird außergewöhnliches geleistet. Rund um den Independence Place unterhalb der Zitadelle über den Platz von San Gorg bis zur Kirche St. Francis liegen die Straßen und Gassen der Altstadt. Hier findest du den vormittäglichen Markt, kleine Geschäften voll mit Waren, mal skurril in Form und Angebot, mal vollgestopft mit Gerätschaften, aber auch durchaus Elegantes vom Schuh bis zum Hut. Ein Besuch lohnt sich immer. Wenn du der Republic Street in die Neustadt folgst, findest du elegante Mode und Schuhgeschäfte, die Mall The Duke und Arkadia, Geschäfte für Innenausstattung, Möbel und vieles mehr. Eine Auszeit kannst du dir im Villa Rundle Garden, dem Stadtpark Victorias gönnen.

Zebbug, ein Dorf am Kliff

Ein Ort ohne besondere Eigenschaften das ist Zebbug (Schebuug). Es ist aber ein guter Ausgangspunkt, wenn du die Nordküste mit den Salinen und dem Kliff erkunden willst. Aber auch kulinarisch ist er mit der Pizzeria Francesco ein Highlight.

Comina, Gozos kleine Schwester

Viele Malta Gäste wollen nach Comino, dass merkst du vorallem im Sommer. Die Besucher stürmen den Felsen der Blauen Lagune und lassen sich gleich dort nieder. Alle sitzen dicht an dicht und erinnern mich an die Affen von Gibraltar. Du solltest den Weg auf den Felsen fortsetzen. Schwimmen in der Lagune hat was, doch du solltest es vom Boot aus machen. Die Insel war lange besiedelt. Die Reste der Quarantänestation weisen daraufhin. Im Mittelalter wurde hier Kümmel angebaut und das gab 200 Menschen Arbeit. Heute sind noch drei übrig. Im Norden gibt es das Comino Hotel mit Strand an der San Niklaw Bay mit Taucher Basis. An der daneben liegenden San Marija Bay findest du einen Campingplatz und ein weiteres Hotel. Sehenswert ist auch die Marija Cave und der Marija Tower im Süden, dem Überrest der ehemaligen Garnison aus dem 17. Jahrhundert. Mir persönlich gefällt die Chrystal Lagune nördlich des Turms besser als die Blaue Lagune. Leider ist es schwer für Fußgänger zu erreichen. Sehr beliebt ist sie bei Kliff Springer und Taucher.