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Mein Blick auf das Leben

Wer mich kennt oder meinem Blog gefolgt ist, weiß, ich habe meinen eigenen Blick auf die Welt um mich herum.

 

Mein Fokus liegt auf den Umständen, unter denen meine Mitbürger leben. Das ist nicht korrekt: meine Geschlechtsgenossinnen sollte es heißen. Mein Blick ist weiblich, was sonst!

 

So wundert es nicht, dass ich nun eine Serie von Frauenportraits ins Leben rufe.

 

Unter der Rubrik “Zäh – stark – schön, Frauen auf Gozo” werden Artikel an dieser Stelle erscheinen.

 

Mit diesen kurzen Geschichten möchte ich auch die soziale und kulturelle Seite meiner Insel beschreiben. Es wird nicht verwundern, dass Vieles aus dem eigenen Leben bekannt vorkommt. Wer im ländlichen Raum lebt, wird sich oft wieder finden.

Auch hier gilt das bekannte Modell der Arbeitsteilung Frau= Familie, Kinder, Haus und Erwerbstätigkeit; Mann= Erwerbstätigkeit, Sport und Freizeitgestaltung. Merkt ihr was?

 

Ich verkenne nicht, dass es einen Wandel gibt. Immer mehr Männer übernehmen Verantwortung für Kinder und Familie, doch sie haben einen schweren Stand. In unserer Gesellschaft werden Väter in Elternzeit noch immer belächelt. Schade!

 

Mädels helft ihnen und gebt Verantwortung ab!!!

 

Als „Emanze“ aus Deutschland war ich erstaunt, oder sollte ich sagen schockiert, über die Sichtweise der gozitanischen Männer. Setzte ich mich auf die Bank an der Bushaltestelle, ins Café oder am Abend in den Pup, schon war jeMannd da, um mir seine Lebensgeschichte zu erzählen, seine Gesellschaft an zu bieten oder sich im besten Licht zu präsentieren. Mein Nein auf die Fragen nach verheiratet, Kinder oder Familie und meiner Feststellung „ich bin eine unabhängige und selbstständige Frau“ hatten immer das gleiche Ergebnis: erst Unverständnis und dann Vorsicht. Echt lustig wie leicht man Männer auf Abstand halten kann, wohl nicht nur auf Gozo.

 

Anekdote zum Thema:

 

Mein Wasserboiler in der Küche gab den Geist auf. Mein Vermieter schickte den Elektriker mit den Worten „habe ihn beim Arbeiten im Auge!“. Er kam, fing gleich mit dem Ausbau des Gerätes an. Meine Frage, ob er die Verbindung zur Waschmaschine bedacht habe machte ihn unsicher. Was will die Frau, ist doch meine Sache?!

 

Offenbar fühlte er sich in seiner Berufsehre getroffen oder doch bei einem Fehler ertappt, denn er trennte die Maschine vom Boiler. Stellte aber dann die Arbeit ein mit den Worten: „Ich komme heute Abend wieder, wenn der Mann zuhause ist“. Meinte er meinen Vermieter? Meine Antwort: „Tut mir leid, aber der Mann im Haus bin ich!“  machte ihn sprachlos, ließ ihn aber seine Arbeit zu beenden. 

 

Klar, das nächste Mal hatte ich einen anderen Handwerker im Haus.

 

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