Leben mit COVID 19 auf Gozo

Der Blick über Mgarr spiegelt die Lage und das Gefühl der Bewohner meiner kleinen Insel mitten im Meer wieder:

Grau ist die vorherrschende Farbe zur Zeit. Mit dem ersten COVID Infizierten ändert sich hier alles!

Nach einem schönen Winter mit Sonne und Wärme, lustigem Faschingstreiben und schönen Abenden draußen in Restaurants und Pubs bei Musik mit Freunden, endet nicht nur der Februar 2020, sondern auch das "easy going" auf Gozo.

Auch hier wollen auf einmal alle Klopapier hamstern und auch sonst sind in dieser Zeit die großen Supermärkte überfüllt. Alle sind panisch, kommen doch viele Waren aus Sizilien übers Meer. Wird der Nachschub kommen? Mittlerweile hat sich das gelegt und die Vernunft ist zurück gekehrt. 

Die Diskussionen im Zepis kreisen auch nur noch um den Virus: Was ist mit den Touristen, die zur Zeit auf Malta sind? Kommen noch neue und was ist mit denen, die jetzt im Ausland sind und nach Hause kommen?

Fragen die nicht nur die Bürger umtreiben sondern auch die Regierung Maltas. Diese reagiert zügig und verbot Landungen aus Italien, Deutschland, Schweiz, Frankreich und Spanien am Tag 5 des ersten Infizierten. Ob mit dem Flugzeug oder dem Schiff es gilt Einreiseverbot für alle, die nicht auf Malta leben. Wer seine Reise auf die Inseln trotzdem antritt, der kommt automatisch in häusliche Quarantäne ob infiziert oder nicht. 14 Tage Hotel oder Ferienwohnung statt der üblichen Woche, die Reisende für Malta und Gozo vorsehen. Quarantäne heißt hier, das Haus nicht verlassen, der Gesundheitszustand wird bei der Einreise kontrolliert und wer bei Ausflügen in die Stadt oder Umgebung erwischt wird zahlt richtig Kohle! Am Anfang 1000 € pro Person, mittlerweile sind 3000 € fällig!

Dies gilt für alle, die von der Gesundheitsbehörde in die häusliche Quarantäne geschickt werden und wir von der Polizei täglich überprüft. Wer nicht zuhause ist braucht einen triftigen Grund.

Trotz allem steigen die Zahlen der Infizierten an, kommen doch viele zurück nach Hause und haben den Virus im Gepäck. Die Schulen, Universität und Kultureinrichtungen sind seit Wochen zu und die Orte und Städte sind wie ausgestorben. Events sind abgesagt und die Kirchen, Synagogen und Moscheen halten den Gottesdienst virtuell ab. 

Seit Freitag, den 21.3.2020 ist der Flughafen geschlossen, nur noch Cargo findet statt und die Ruhe am Himmel ist gespenstisch!

Die Fähre nach Gozo ist nur für hier Lebende zu Fuß zu nutzen. Die meisten arbeiten von zuhause aus. Distanz halten ist auch hier das Mittel der Wahl.

Malta ein Land des Lieferservice bewährt sich in der Krise!

Geschäfte des täglichen Bedarfs auf Gozo nehmen telefonisch Bestellungen entgegen und liefern dann am Nachmittag nach Hause. Die Gemeindeverwaltungen gehen mit Hilfeplattformen online und alle machen mit:

Hilfe bei Einkauf und Arztbesuchen, Online Yoga und Gym Kurse, anti Stress Workshops online, Spiele Anleitungen, private Transports und private Musikvideos  sind im Angebot. Gelebte Nachbarschaftshilfe steht hier hoch im Kurs. Jetzt schauen wir mal, wie es weiter geht. 

Hotels, B&Bs und Ferienwohnungen sind leer, die Buchungen sind gleich null und täglich gehen Stornierungen ein auch bei den sonst so beliebten Privatzimmern. Der Rattenschwanz an nicht mehr beschäftigten Putzhilfen, Aushilfen in Restaurants, Pubs und geschlossenen Geschäften, aber auch die Lieferanten dieser Betriebe gehen schweren Zeiten entgegen. 

Auch mir als Optimistin fällt es zunehmend schwer, hoffnungsvoll in die Zukunft zu blicken.

Passt auf euch auf und bleibt gesund!

 

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